Der Umzug - das Auspacken

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(Notiz: Diese Szene kommt natürlich fast ein Jahr zu spät. Als ich versuchte ein weiteres Bild von Brian mit seiner Souseiseki zu posieren ging sein Arm ab, und die Reparatur dauerte so lange, daß erst das Tageslicht weg war und dann die Sachen beiseite geräumt werden mußten, um andere Teile zu bewegen. Schließlich war alles fertig und das Einzugs-Outtake verlief sich im Sand. Nachdem ich mehrmals darauf angesprochen wurde sind hier also die vorhandenen Bilder. Alles nach Brian und Sou ist später geknipster Bonus.)

Dolltopia Outtake


Endlich waren die Puppen in ihrem neuen Domizil angekommen!
Als Eternia und Sinistra aus ihrer Kiste kletterten wurden sie bereits von einem Dienstmädchen mit leuchtend roten Augen empfangen.
"Guten Tag, die Herrschaften und Damen! Zur Vitrine bitte hier entlang. Benötigen Sie einen Puppenständer, die Dame?"

 

Dolltopia Outtake

"Du meine Güte! Die Chefin hat echt keine Zeit verloren!" staunte Eternia. "Wir sind noch nicht mal richtig angekommen und die schleppt schon wieder neue Nachbarn an!"
"Hui!" Auch Sinistra fühlte sich halb beeindruckt, halb verloren. "Aber es ist schon nobel, zur Abwechslung mal bedient zu werden anstatt alles selber zu machen."
"Du glaubst aber doch nicht, daß wir uns die Dienste dieses Mädels leisten können, oder?"
"Nein, ich fürchte, du hast recht. Entschuldigen Sie bitte, Fräulein, für wen arbeiten Sie?"
Das Dienstmädchen lächelte, und während ihre Miene vollkommen unverbindlich blieb leuchteten ihre Augen doch dämonisch. "Verzeihung, aber das wird noch nicht verraten."
"Uhm... okay. Ich hätte dann gerne erstmal einen Puppenständer, bitte."
"Sehr gerne. Dann bitte hier entlang!"

 

Dolltopia Outtake

"Sui!" rief Brian erleichtert, als endlich Suiseiseki den Kopf aus der Kiste reckte. Sie hatte lange gebraucht, um sich von der Folie zu befreien, doch das wußte der Mann nicht. Er hatte schon befürchtet sie in dem ganzen Chaos übersehen zu haben, auch wenn er der Meinung war, daß seine Sui auch noch aus einer Menge von tausend Puppen hervorstechen würde.
"Brian!" Überglücklich streckte sie ihm die Arme entgegen, damit er ihr helfen konnte. "Du hast wirklich auf mich gewartet!"
"Das hab ich dir doch versprochen!"
"Natürlich", lachte sie, "hilf mir bitte hier raus."
"Spring einfach, ich fange dich auf!"
"Bist du sicher?"
"Mach schon, ehe deine Schwester hier auftaucht!"

"He, knipst da etwa irgendso ein Paparazzo unter meinen Rock?!" schimpfte Sailor Moon im Hintergrund.
"Ha ha, das wünscht du dir wohl!" lachte Engel ALa neben ihr.

 

Dolltopia Outtake

Nareen Demetri war höchst zufrieden. "Endlich muß ich nicht mehr alleine im Wohnzimmer stehen."
Midnight Velvet lächelte ebenfalls still in sich hinein. "Endlich ein stilvolles Regal! Und angezogen bin ich auch!" Die Lady war fest entschlossen sich nicht noch einmal die Kleider abnehmen zu lassen. Sie lachte, wurde aber von Wilhelma übertönt, die sich an Ort und Stelle teleportierte. "Ha, macht Platz, ihr Würmer! Man muß mich sehen können!" knurrte sie lautstark, woraufhin Nareen nur seufzte. "Wilhelma, wir sind hier nicht in der Akademie. Benimm dich und sei kein Bully."
Die Hexe wollte auffahren, bemerkte jedoch, daß sich bei der Samuraifraktion bereits die ersten Köpfe nach ihnen umdrehten und nach dem Grund für das Geschrei suchten. Sie blieb lieber still.
Palastwache Sol hätte sich sicher ebenfalls eingemischt, wenn er nicht so tief in Selbstmitleid versunken gewesen wäre. Er war als einziger in der obersten Etage unglücklich mit seinem Platz. 'So weit oben... Wie soll ich denn so Eternia sehen können?' Betrübt spähte er zum Puppenhaus hinüber.

 

Dolltopia Outtake

Eine Etage tiefer gab es jedoch noch mehr Personen, die mit dem ihnen zugewiesenen Platz nicht einverstanden waren.
"Oh neiiiin!" jammerte Kataryna Ende so laut, wie es ihre Manieren zuließen. "Wieso muß ich neben Charlotte stehen?! Ausgerechnet!"
Leider hatte das zur Folge, daß das Mädchen in dem leuchtend gelben Kleid sich ihr zuwandte und strahlend lächelte wie ein Buddha. "Oh, hallo, Kind der Nacht! Was für ein herrlicher Tag, nicht wahr? Da habe ich mich wirklich selbst übertroffen."
Kataryna war so entsetzt, daß sie nicht einmal bemerkte, wie ihre Cousine Elizabeth und Graf Dorian sich hinter ihr gegenseitig die kalte Schulter zeigten. Elizabeth schnaubte abfällig und starrte stumm ins Nichts.
Nun wiederum fühlte sich Chevalie angestarrt, der nicht wissen konnte, daß die Vampirin nicht ihn musterte. Er wurde steif und fragte sich, warum er hier bei den Vampiren stehen mußte. Vermutlich weil er thematisch zu Charlotte paßte, aber die kannte er ja nicht einmal! Der Mann neben ihm war Arzt, das wußte er. Der schien auch nirgendwo so richtig reinzupassen und hatte sich wortlos zu ihnen gestellt. 'Tolle Gesellschaft hier.' dachte Chevalie und hoffte, daß er mit den Leuten in der anderen Hälfte des Regalfachs eher ins Gespräch kommen könnte.
Dort stand auch ein Sofa, aber die seltsam jungenhaft gekleidete Frau, die darauf saß und immer wieder "Wenn ich Brian erwische drehe ich ihm den Hals um! Wo versteckt er meine Schwester?!" murmelte hielt ihn bislang davon ab sich den anderen Damen dort vorzustellen.

 

Dolltopia Outtake

Eine weitere Etage darunter war man größtenteils besser gelaunt. Ballerina Noel fragte sich zwar, wohin es ihren Freund Natsume wohl verschlagen hatte, aber vielleicht mußte er sich ja auch erst vom tadellosen Zustand seines Cellos überzeugen. Immerhin war Ama da, das war gut genug. Sie begnügte sich damit, dem Gespräch der beiden Jugendlichen neben sich zu lauschen.
"Mann, Apollo, du wirst nicht glauben, mit was für einer Type ich reisen mußte!" schimpfte Ra Muw empört. "Diese Vampirin hat mir den letzten Nerv geraubt! Pausenlos hat sie über Magie geredet!"
"Magie?" Apollo verzog das Gesicht. "Magie ist ja manchmal ganz nützlich als Treibstoff, aber wie kann man nur darüber reden wollen?"
"Genau meine Rede! Stell dir vor, die fand unsere Erfindungen lächerlich!"
"Lächerlich?! Mein lieber Schwan! Es tut mir wirklich leid, daß wir nicht zusammen reisen konnten. Immerhin habe ich mit einem jungen Bassisten über Gitarren sprechen können, und ich glaube, da könnte ein schönes Projekt für uns herausspringen!"
"Huzzah!"

"Lady Nahh-Ato, ist Euer Sitzkissen zu Eurer Zufriedenheit?" erkundigte sich unterdessen Wati zuvorkommend.
"Es ist etwas seltsam, hier auf dem Boden zu sitzen, während alles um mich herum steht", erwiderte die Djinn seufzend, "aber mir geht es gut, danke."

 

Dolltopia Outtake

Gleich nebenan bei den Musikern brodelte es. Rayne verschränkte wütend die Arme. "Was zum Teufel macht denn Ama hier?! Ich dachte dieses Fach sei für die BESTE Band der Welt reserviert?!"
"Reg dich ab, Mann", winkte Arion ab. Der Sänger war zwar nicht scharf darauf sich ausgerechnet mit dem schärfsten Konkurrenten den Platz zu teilen, aber es hätte schlimmer kommen können. Sie warteten zwar noch auf Brian, aber Arion war zuversichtlich, daß nun kein Platz für dessen Schwester Pink Chan übrig wäre. Außerdem konnte Pink Chan Ama nicht leiden und Arion hatte auch mit anhören müssen, wie sich Pink Chan und Amas Gitaristin Edge in der Kiste gezankt hatten. Wenn Arion die Wahl hatte, dann zog er die Gesellschaft einer anderen Band der ihrer selbsternannten Managerin deutlich vor.
"Och nee!" motzte Kurt, der sich hinter Edge streckte. "Nie sieht einer den Bassisten!"
Raiki hingegen konnte sein Glück kaum fassen, als er in der Ecke stand. "Rockstars sind genau die richtige Gesellschaft für einen coolen Typen wie mich!" Grinsend strich er sich das Haar zurück. "Die verrückte Chefin hat dazugelernt! Endlich bekomme ich die Behandlung, die mir zusteht!"

"Meine Güte!" tönte es schrill aus dem Erdgeschoß. "Bist du etwa Batman?!" Sailor Moon war ganz aus dem Häuschen.

 

Dolltopia Outtake

Im Erdgeschoß, wo auch Dienstmädchen Sticca inzwischen ihren Platz eingenommen hatte, herrschte etwas Verwirrung.
Eternias Schwester Yuki schmollte. "Wieso mußte Sanada unbedingt oben bei den Samurai und Ninja stehen? Ich hab auch einen Kimono an, aber mich kriegen da keine zehn Pferde hin! Eine schöne Freundin ist das... He, Sakura, beeil dich mal!"
"Tut mir leid, meine Perücke rutscht! Ich brauche ganz dringend Klettband!" rief ihre Freundin zurück und machte sich von ihrem Ständer los, um aus der Vitrine zu hüpfen.
Natsume fragte sich, warum er nicht bei Noel stehen durfte. "Das kann doch nur ein Versehen sein..." murmelte er und wandte sich freundlich an den Teenager neben sich. "Entschuldige bitte, weißt du zufällig, welcher Themenbereich das hier ist?"
Mao sah vorsichtig zu ihm herüber. "Keine Ahnung, vielleicht 'gesammelte Werke'? Ich bin jedenfalls Künstler."
"Tatsächlich? Dann paßt es ja doch! Ich bin Musiker!"
"Oh. Cool." Mao sah sich aus den Augenwinkeln um. "Aber ich glaube, damit sind wir hier ein bißchen alleine."
Hinter ihnen stand Rosa, der nicht einmal klar war, wie froh sie sein konnte, daß sie lebend wieder aus dem Umzugskarton gekommen war nach ihrer Begegnung mit Graf Dorian. Daneben stand Naomi, die keine Lust hatte ihrer Schwester und Wati bei ihrem peinlichen Umeinander-Herumscharwenzeln zuzusehen. Hier war sie wenigstens unter anderen jungen Leuten.
Die Druidin Blanche drückte die meiste Zeit das Gesicht gegen die Glasscheibe und kicherte vergnügt. "Ist das alles toll hier!"

Spannende Zeiten lagen vor ihnen allen...