Sims4 Soap Opera

Im ersten, um die Nachmittagszeit nur spärlich besetzten Club waren sie die einzigen, die dem Unterhaltungsprogramm überhaupt irgendwelche Aufmerksamkeit schenkten, und obwohl es Jade irgendwie beruhigte tat ihr das Mädchen auf der Bühne auch ziemlich leid. Sie hörten sich ihre Witze und ein Lied an, wobei Jade versuchte sich aus den kleinen Geschichten der Unterhalterin etwas für ihren eigenen Auftritt abzuleiten.

Als sie am frühen Abend in einen anderen Club wechselten glaubte sie langsam zu verstehen, was man von ihr erwartete. Hier stand ein junger, blonder Mann auf der Bühne, der das etwas größere Publikum fast ausschließlich mit kleinen Geschichten und Witzen zu unterhalten versuchte und nur ab und an mehr schlecht als recht auf seiner Gitarre zupfte.
Die Frau registrierte, wie ihr Begleiter dem Unterhalter kurz zuwinkte, und fragte: "Kennst du den Mann?" - "Flüchtig. Das ist Beryls Nachbar und Liebhaber Thilo." - "Wow! Wie klein die Welt doch ist..." - "Ihr könntet euch miteinander bekannt machen, vielleicht kann er dir einige Tipps geben!" - "Nicht jetzt, er arbeitet ja gerade. Aber ich werde darüber nachdenken." - "Tu das! Thilo scheint... sehr umgänglich Beryls Freunden gegenüber und möchte uns alle kennenlernen. Also keine falsche Scheu, ja? Gerade jetzt, zu Anfang deiner Karriere, kannst du jeden Kontakt brauchen, den du bekommen kannst."
"Da hast du sicher recht..."
"Sollte es dir unangenehm sein begleite ich dich auch gern und übernehme die erste Vorstellung, allerdings bin ich ihm selbst bislang nur einmal begegnet."
"Mal sehen..."
Während Jade an ihrer Orangeade mit Pfiff hing und dem Blondschopf konzentriert zuhörte, wandte sich Caleb auf dem Barhocker neben ihr bald anderen Dingen zu. Sie registrierte zunächst nur am Rande, wie er mit allem und jedem plauderte, doch nach und nach rückte ihr Begleiter immer mehr in den Vordergrund ihrer Aufmerksamkeit.

Als sie losgezogen waren hatte sie noch Bedenken gehabt, ob auch diesmal wieder Leute vor Ort sein würden, die ihnen giftige Blicke zuwerfen würden, und sie fragte sich manchmal, ob es doch an Calebs ungewöhnlichem Kleidungsstil liegen konnte. Es war ihr jedoch schnell klar geworden, daß sich wirklich niemand daran störte, daß ihr Begleiter aussah als käme er aus einem anderen Jahrhundert. Meist genügte ein einziger Blick von ihm, um die Menschen auf Abstand zu halten oder herankommen zu lassen, und mit denjenigen, die er an sich heran ließ, plauderte er nach wenigen Minuten als seien sie alte Freunde. Er lachte und scherzte, erzählte Geschichten und hörte zu, während er dann und wann an seinem Saft on the Rocks nippte. Jade dachte bewundernd, daß er wirklich viel vor dem Spiegel geübt haben mußte, und daß er eher auf die Bühne gehörte als sie. Gleichzeitig war ihr auch etwas schwer ums Herz, besonders wenn er andere Frauen 'Teuerste' nannte. Es war sicher dumm von ihr gewesen zu denken, daß er diesen Spitznamen nur für sie verwendete, aber er scheute auch keinen Körperkontakt und ließ mit sich flirten. Nur Einladungen zum Tanzen schlug er aus. Sie ärgerte sich selbst darüber, wie nahe ihr das ging, schließlich waren sie kein Paar oder sowas und hatten abgemacht es ganz langsam angehen zu lassen.

Traurig leerte sie ihr Getränk und wollte sich gerade auf den Heimweg machen, als Caleb sich ihr prompt sofort zuwandte, als hätte er sie keine Sekunde aus den Augen verloren. "Hast du genug Inspiration sammeln können oder möchtest du noch einen Drink, Teuerste? Oder gar noch ein weiteres Etablissement aufsuchen?"
"Nein, ich muß langsam heim. Muß morgen ja noch ein Programm zurechtschustern."
"Wohlan, gehen wir", meinte er schlicht und stand auf. Die Musik war inzwischen so laut, daß beide lauter sprechen mußten.
Jade machte eine abwehrende Handbewegung. "Ähm, du mußt nicht gehen wegen mir. Du schienst dich gerade so blendend zu unterhalten."
Er beugte sich zu ihrem Ohr vor. "Ich bringe dich selbstredend heim. Und im Vertrauen: Eifersucht steht dir nicht."
"Ich bin schon groß, danke. Und ich bin auch nicht eifersüchtig." Das kam aggressiver aus ihr heraus als sie wollte, doch der Club füllte sich zunehmends mit Menschen und ihr wurde immer unangenehmer zumute. Anfangs hatte sie die Fremden ignorieren können, zumal sie sich in Calebs Nähe selbstsicherer fühlte, aber nun war sie von Leuten umzingelt und ihr Freund schien mehr auf deren Seite als auf ihrer. Die Enttäuschung darüber nichts besonderes für ihn zu sein erhöhte ihre Anspannung noch mehr, und daß sie sich ausgerechnet im Honey Pop befanden, dem Club, vor dem das Romantikfestival üblicherweise stattfand, hatte sie die ganze Zeit über gewurmt, doch die Karaokebar war leider der am einfachsten erreichbare Club mit Bühnenprogramm gewesen.

Ihr Begleiter sah sie abschätzend an, bemerkte sicher ihr Zittern und ihren umherirrenden Blick. Sie fühlte sich wie auf dem Präsentierteller. Wortlos nahm Caleb sie an der Hand, die sie ohne es zu merken schon wieder zur Faust geballt hatte, und zog sie aus dem Club hinaus in die kühle Nachtluft. Sie gingen ein Stück vom Eingang weg und Jade atmete tief durch, als ihr nur noch gelegentlich ein Passant entgegenkam.
"Geht es dir besser?" erkundigte sich ihr Freund fürsorglich.
"Ja, danke. Es tut mir leid, ich..."
"Du mußt nichts sagen. Mir tut es leid, daß ich es nicht vorausgesehen habe."
"Es ist nicht dein Job, auf mich aufzupassen, sondern meiner." Diesmal sagte sie es sanft, aber bestimmt, und ein wenig traurig, weil die Anspannung wieder so groß gewesen war. "Verstehst du jetzt, wieso ich nicht auf einer Bühne stehen kann?"
"Ich verstehe, daß es nicht leicht für dich werden wird, aber ich glaube weiterhin, daß du es schaffen kannst."
"Wieso?" fragte sie ernsthaft und blieb stehen. Sie sah ihn stirnrunzelnd an. "Das frage ich mich schon seit Wochen. Wieso glaubst du so fest daran, daß ich mich auf einmal ändern kann?"
"Weil du es schon mindestens einmal geschafft hast!" Caleb zuckte mit den Achseln und lachte. "Wann warst du zuletzt in meiner Gegenwart angespannt?"
"Gerade eben!"
"Laß mich korrigieren, wann warst du zuletzt wegen mir angespannt? Und zwar nicht, weil ich mit deinem Fisch Melvin plauderte oder eine schöne Aussicht genoß, sondern schlicht wegen meiner Gegenwart?"
"Ich... ähm..." Jade überlegte, konnte sich aber nicht erinnern.
"Siehst du!" Er drückte sie kurz an sich und hielt sie dann locker im Arm. "Bis du vor größeren Menschenmengen spielst kennst du einige deiner Fans bestimmt schon gut genug, um dich nicht mehr vor allen zu fürchten."
"Als ob ich Fans bekommen würde...", lachte sie nervös.
"Sobald du Gitarre spielen darfst wirst du Fans bekommen. Ich bin schon einer!"
"Mein Lieblingsfan! Die werde ich aber nicht alle umarmen!"
"Eine Sonderbehandlung ist mir nur recht." Der Druck auf ihre Taille wurde stärker, als er sie dichter an sich heranzog. Jade stockte der Atem unter dem aufmerksamen Blick seiner grauen Augen, die im schwachen Licht der Laternen glänzten wie flüssiges Silber.

Sie machte sich ruckhaft los und murmelte: "Ich möchte das gerade nicht."
"Warum, was habe ich getan?" Der junge Mann schien verwirrt.
"Nichts. Morgen muß ich früh raus. Also, danke daß du mich begleitest hast, ich rufe dich dann am Montag an, wie mein erster Auftritt war." Jade wandte sich zum Gehen.
"Oh nein, nicht so schnell! Erst will ich wissen, wieso du so aufgebracht bist! Was habe ich dir über Kommunikation gesagt?!" Caleb folgte ihr, und egal wie schnell sie ging, er hielt Schritt. Schließlich fragte er mit einer Prise Streitlust in der Stimme: "Ist das immer noch die Eifersucht? Darf ich generell nicht mit anderen Leuten sprechen, oder nur nicht mit Frauen?"
"Ich bin nicht eifersüchtig!" rief sie und warf die Arme in die Luft. Sie fuhr herum und sah ihm ins Gesicht. Dann atmete sie erst einmal tief durch, ehe sie ruhiger erklärte: "Ich bin nur ein bißchen enttäuscht, daß du mich angeschwindelt hast, und jetzt weiß ich noch nicht, was das für unsere Freundschaft bedeutet."
"Wann habe ich dich belogen?" fragte er ernst und ein wenig ungläubig.
Der jungen Frau war das Gespräch sehr unangenehm. "Es ist nur... Du hast dich den anonymen Freundesuchern unter völlig falschen Tatsachen angeschlossen! Was war denn das gerade? Du hast keinerlei Probleme damit Kontakte zu knüpfen! Wenn du willst bist du mühelos der Mittelpunkt der Party!" sprudelte es schließlich aus ihr heraus. "Du könntest in kürzester Zeit an jedem Finger ein Dutzend Freunde haben! Was heißt das für mich? Wieso hast du mich glauben lassen du seist auch einsam? Was willst du wirklich von mir?"

Sims4 0131 Atemlos <- # ->

 

Der Vampir wagte plötzlich kaum zu atmen. Ihr Kopf lehnte wie paralysiert auf seiner Schulter, noch immer auf das Handy starrend, während sich ihr Busen weich an seine Brust schmiegte und ihre Kleidung aus dieser Perspektive noch tiefere Einblicke bot. Die Frau saß mit angewinkelten Beinen, eins davon quer über seinen Schenkeln. Sie war so warm...
Plötzlich piepste das Handy. Unwillkürlich zuckte er zusammen und hätte es um ein Haar fallen lassen. Sie hingegen fuhr auf. "Ist das etwa schon die Antwort?!"
Er räusperte sich, aus seinem beginnenden Tagtraum gerissen, und hielt ihr das Gerät hin. "Sehen wir nach."
"Oje! Beide zusammen, okay! Du hältst es fest, ich öffne die Mail!"
In einer Mischung aus Amüsement und Faszination beobachtete Caleb ihr konzentriertes Gesicht, als sie die Antwort las. Jade quiekte auf, die Augen weit aufgerissen, und zog sich hastig wieder in ihre Ecke des Sofas zurück, die Knie fest umklammert. "Oh nein! Ich hab den Job! Was mache ich denn jetzt?!"
"Hingehen und sie alle begeistern, was denn sonst?" lachte er und gab ihr das Handy zurück.
"Das sagst du so einfach! Oh nein, oh nein, oh nein... Lauter Fremde!"
"Denk daran, wie viel du vorm Spiegel für deinen letzten Job geübt hast, Jade. Du kannst das!"


Sie verfiel in Schnappatmung, sprang halb auf, setzte sich wieder und schien in Panik zu verfallen.
Caleb nahm ihr Gesicht zwischen beide Hände und zwang sie, ihn anzusehen. "Sprich mir nach: Ich kann das!"
"Ja, du könntest das! Ich aber nicht!"
"Ich könnte keinen Ton aus deiner Gitarre bekommen. Du, du kannst das!"
"Montag geht es schon los! Ich muß mich vorbereiten! Was soll ich bloß als erstes tun?! Ich flippe aus!"
Er blieb ruhig wie ein Fels in der Brandung. "Du packst gleich deine Gitarre ein, legst dir deine Glücksmütze zurecht und überlegst dir ein Programm."
"Aber..." Jade stoppte sich. Sie machte sich kurz los, sah weg, beruhigte gezielt ihre Atmung. "Du hast recht. Jetzt ist es eh zu spät für einen Rückzieher ohne eine epochale Blamage! Na schön. Ich versuch's."
"Das wollte ich hören, Jade Sparkle!"
"Glaubst du... Denkst du, du kannst ab und an vorbeischauen, wie ich mich schlage? Es wäre beruhigend, ein bekanntes Gesicht zu sehen."
"Sicher, davon ließe sich ein Mistkerl wie ich niemals abhalten! Und Beryl und Summer sagen wir auch Bescheid!"

Schlagartig wurde sie wieder rot, die Hände im Schoß, fest das Handy umklammernd. "Tut mir leid, daß ich das gesagt habe!"
"Ich sehe großzügig darüber hinweg, schließlich war ich zugegebenermaßen tatsächlich nicht ganz fair."
Jade hätte ihn gerne noch weiter zusammengestaucht für das, was er ihr eingebrockt hatte, doch insgeheim freute sie sich ein wenig auf den Versuch, denn sie hatte nicht den Mut gehabt sich selbst zu bewerben. Die Arbeitszeit war morgens und am frühen Nachmittag, um 17 Uhr würde sie schon Feierabend haben, noch ehe die Clubs sich langsam füllten. Es würden daher hoffentlich nicht allzu viele Leute da sein, die sie anstarren konnten. Außerdem konnte sie ihrem Freund nicht böse sein, wenn er sie so warmherzig ansah.

Obwohl er ihr momentan etwas verkrampft ins Gesicht starrte. Hatte sie da was? Obst zwischen den Zähnen etwa?
Caleb streckte die Hand nach ihr aus, stockte einen Moment, überlegte, und entschloß sich dann doch, vorsichtig den Träger ihres Oberteils, der ihr in dieser Haltung langsam über die Schulter hinabrutschte, wieder an Ort und Stelle zu schieben, wobei er den Blickkontakt nur für eine Sekunde brach.
Die Berührung seiner Fingerspitzen brannte wie Feuer, und Jade fühlte ihr Gesicht in Flammen aufgehen, als ihr Aufzug ihr zu Bewußtsein kam. Sie sah an sich hinab. "Oh du meine Güte! Ich bin ja so gut wie nackt!"
"Ach, davon bist du noch mehrere Träger weit entfernt", versicherte er ihr jovial.
"Oh mann! Ich hab das auch noch laut gesagt?!" Sie sprang auf und rannte ohne ein weiteres Wort ins Schlafzimmer.

Der Vampir seufzte. Hatte er sich jetzt in eine weitere Auszeit bugsiert?

Hastig schlüpfte Jade aus ihrem Schlafanzug, wäre fast noch hingefallen beim Versuch ihn von den Beinen zu treten und gleichzeitig nach ihrem Pulli zu greifen, und zog sich wie der Blitz an. "Oh mann, oh mann, oh mann!" Sicher sah sie aus wie eine Tomate. Sie erinnerte sich an die Rangelei um das Telefon. Hatte Caleb etwas gesehen? Natürlich hatte er etwas gesehen, nur wieviel? Was war heute nur mit ihr los, daß ihr nicht vorher aufgefallen war, wie unmöglich sie gekleidet war?! "Dieser ganze dumme, blöde Streß wegen diesem dummen, blöden Job!" schimpfte sie vor sich hin. Offenbar war sie trotz der Kündigung noch immer nicht wieder ganz bei sich.
"Jetzt hält er mich bestimmt für..." Sie stockte. Ja, für was eigentlich? Nach dem Kuß beim letzten Mal mußte er ja ungefähr wissen, was sie über ihn dachte. Hielt er sie jetzt für... liebestoll oder sowas? Das lief ja ganz super!
Die ganzen Tage über war sie so nervös gewesen, hatte keine Ahnung gehabt, wie das nächste Treffen ablaufen würde, hatte Angst gehabt, daß er doch kein Interesse an ihr hatte, und jetzt passierte ihr so etwas plumpes! Sie wollte am liebsten in ihr Kopfkissen schreien, aber sie stellte sich lieber gleich der Situation, ehe es ihr so peinlich wurde, daß sie das Zimmer nicht mehr verlassen konnte.

Caleb stand am Bücherregal und sah sie nur stumm an, als sie fertig angezogen aus dem Zimmer trat. Seine Augen folgten ihr aufmerksam, er wartete wohl auf eine Reaktion. Jade, der die ganze Situation mehr als nur unangenehm war, zog ihre Mütze tiefer ins Gesicht. "Hey..."
"Hey?" gab er unverbindlich zurück und stellte ein Buch zurück, das er sich angesehen hatte. Spielerisch schob er ihr die Kopfbedeckung wieder hoch. "So sehe ich dich ja gar nicht."
"Hast du heute nicht schon genug von mir gesehen?" platzte es aus ihr heraus, ehe sie sich bremsen konnte.
"Es war keine Absicht", beteuerte der junge Mann.
"Ach, das wollte ich damit auch gar nicht sagen." Impulsiv tat Jade das nächstbeste, das ihr einfiel: Sie umarmte ihn. Zögernd erwiderte er die Geste, und ihr war nach weinen zumute. "Bitte glaub nicht, daß ich mit meinem Aufzug irgendwas im Schilde hatte!"

Unvermittelt brach Caleb in ein lautes, erleichtertes Lachen aus, und die Frau trat einen Schritt zurück. "Was...?"
"Das ist dein Problem?!" fragte er und konnte sich gar nicht wieder beruhigen, "Du glaubst, ich könnte dich für eine üble Verführerin halten, wegen deinem Schlafanzug?"
"Ziemlich dumm, huh?" Sie sah betreten zu Boden.
Der Vampir hörte schlagartig auf zu lachen, auch wenn es wahnsinnig schwer war. Er wollte ein Dutzend Dinge auf einmal sagen, entschied sich aber für das ehrlichste: "Jade Sparkle, du bist unheimlich süß und gar nicht dumm, egal was du anhast oder auch nicht."
"Dann denkst du jetzt nicht schlecht von mir?"
"Wieso sollte ich? Solange du mich nicht für einen Perversling hältst, weil ich nicht früher etwas gesagt habe, ist doch alles gut." Wie sehr ihm das wenige, das er gesehen hatte, gefallen hatte ließ er lieber unerwähnt.

Jetzt fing auch Jade an zu lachen. "Nein, das tue ich nicht." Sie umarmte ihren Freund erneut, und diesmal erwiderte er es. Nach einigen Sekunden sah sie ihm scharf in die Augen. "Ganz ehrlich - wieviel hast du gesehen?" fragte sie argwöhnisch.
"Ein Gentleman genießt und schweigt."
Sie boxte ihn gegen den Arm.
"Autsch! Nichts, das nicht ab 12 freigegeben wäre, mein Wort darauf!" Er lachte erneut und hielt ihre Hände fest, obwohl er den Knuff nicht wirklich gespürt hatte. "Aber wenn du weiterhin so brutal bist wird dieser Film doch noch ab 16!"
"Tut mir leid." Sie nahm die Hände runter, fragte plötzlich aber erneut scharf: "Du hast wirklich nichts gesehen?"
"So langsam frage ich mich, ob du darüber enttäuscht bist! Wenn es dir so wichtig ist kannst du mir nachher gern ein Foto schicken!" meinte er frech und hob die Hände, um sie abwehren zu können.
Ihr Angriff, wenn man es denn so nennen konnte, erwischte ihn dennoch kalt. Die Schwarzhaarige hielt sich an seinen Händen fest, beugte sich vor und küßte ihn sanft auf die Wange. "Na schön."

Dann ging sie, um in ihre Stiefeletten zu schlüpfen. "Was hältst du davon, wenn wir in eine Bar oder zwei gehen und uns dort die Programme meiner zukünftigen Kollegen ansehen?"
"Gleich zwei Bars? Du mußt dir doch nicht etwa Mut antrinken für Montag?" stichelte er schmunzelnd, folgte ihr aber willig zur Haustür hinaus.
"Du Quatschkopf! Ich könnte noch ein paar Ideen gebrauchen. Es sei denn, ich will die Story, wie ich zu meinem Job gekommen bin, erzählen."
"Oh, wenn du das tust bestehe ich aber auf jeden Fall auf einem Foto, damit ich allen beweisen kann, daß ich hautnah dabei war!" rief er vergnügt und betonte das 'hautnah' bewußt lasziv.
"Hör auf! Ich werde schon wieder rot, was sollen denn die Leute denken?!"
"Die werden sich denken, daß dieser unverschämt gutaussehende Gentleman mit einem sehr lebenslustigen Fräulein unterwegs ist."
"Keine zwei Sekunden in der Sonne und schon wird er wieder übermü... waaah!" Jade war rücklings über die Veranda gegangen und hatte sich vor lauter Faxen machen mit dem Abstand zur Treppe verschätzt. Plötzlich traf ihre Hacke nur auf leeren Raum und sie verlor das Gleichgewicht. Mit einem Aufschrei fiel sie hintenüber, wild mit den Armen rudernd, als ihr Fall auch schon wieder vorbei war. Caleb war plötzlich neben ihr. Sein Arm schlang sich um ihre Mitte, sie wurde aufgefangen, herumgewirbelt und stand eh sie sich's versah neben ihm auf der Stufe. "Vorsicht!" rief er besorgt.
"W... Was... Wie? Wie bist du so schnell...?!"
Er sah sie nur an, vor Schreck noch bleicher als sonst. Wie in Zeitlupe ließ er ihre Taille los, als er sicher war, daß sie stand.
"Puh! Du bist echt viel stärker als du aussiehst! Das hätte ins Auge gehen können. Danke, Caleb."
"Nicht dafür. Keiner will bei deinem Auftritt die Geschichte hören, wie du dir die Hüfte gebrochen hast." Er atmete tief durch und nahm sie bei der Hand.
"Ehm, was soll das jetzt?"
"Wer weiß, in welche Löcher du heute sonst noch fällst, wenn ich nicht auf dich aufpasse."
Jade lächelte still in sich hinein, beklagte sich aber nicht darüber, mit ihrem Schwarm händchenhaltend zur Bushaltestelle zu spazieren.

Sims4 0130 Einblicke und Ausblicke <- # -> Sims4 0132 Unterhalter unterhalten

 

Am Freitag Morgen wurde Thilo extrem früh wach und hielt es bald nicht mehr aus. Er textete Beryl und fragte, ob sie vor seiner Schicht zu ihm rüberkommen wolle. Sie sagte zu.

Bereits kurz darauf machten sie es sich auf dem Sofa bequem, doch als die Rothaarige ihn zu küssen begann schob der junge Mann sie sacht zurück. "Warte mal, Beryl... Ich muß etwas mit dir besprechen."
Sie seufzte genervt und meinte schmollend: "Hast du mich jetzt wirklich herbestellt, um zu quatschen? Ich dachte, du hättest Sehnsucht vor deiner Schicht!"
"Das können wir gleich noch sehen, aber erst muß ich dich was fragen."
"Meinetwegen, dann schieß los. Was ist denn?"
"Kennst du echt diesen Caleb Vatore oder hat der mich auf den Arm genommen?"
"Caleb? Klar kenne ich den!" Beryl begann zu grinsen. "Du wolltest doch alle kennenlernen, oder nicht?"
"Sicher, aber der Typ ist ein Vampir! Wußtest du das?"
"Ha ha ha, klar! Mich wundert, daß du es schon weißt! Hast du seine Zähne gesehen oder was?"
"Aus nächster Nähe... Ich dachte, der Kerl fällt über mich her!"
"A ha ha haaaaa!" Die Malerin lachte herzhaft, was Thilo mit einem verwirrten Gesichtsausdruck quittierte, und mußte sich zunächst Lachtränen aus den Augen wischen, ehe sie mühsam weitersprechen konnte. "Caleb und jemanden beißen! Was für ein guter Witz! Das Vampirchen ist ein kleiner Teddybär, der beißt nicht."
"Wow. Beryl, wie kannst du dir da so sicher sein?!"
"Na hör mal! Ich kenne ihn immerhin seit rund einem halben Jahr! Er ist ein ganz besonderer Vampir!"
"So."

Die Rothaarige beobachtete belustigt den ernsten Ausdruck ihres Gegenübers. Dann schüttelte sie den Kopf. "Eifersucht, wie putzig! Sowas mag ich! Paß auf, das Vampirchen ist so besonders, weil er auch bei Tag vorbeikommt. Wenn du nachts Bammel vor ihm hast, dann mußt du halt schauen, ob du ihn neben der Arbeit erwischt."
"Was?! Ich dachte, in der Sonne verbrennen diese Typen zu Asche oder sowas?"
"Ja, ich schätze, für seine Schwester gilt das tatsächlich..."
"Da gibt es noch mehr von?!" Thilo dachte nach. Da war doch was gewesen... "Ist das die mit dem Buch?"
"Buch? Ach, das hat er auch erzählt?" wunderte sie sich vergnügt. "Ja, sie hat einen Krimi von mir und bringt ihn einfach nicht wieder, obwohl sie weiß, daß ich ihn noch nicht ganz ausgelesen hatte. Der werd ich noch mal was leihen!"
"Ich fasse es nicht, wie du so unbesorgt über Vampire reden kannst."
"Naja, ich will auch nicht so tun, als sei da alles eitel Sonnenschein. Der Mumienfürst ist schon ein ganz übler Typ. Der hat mich mal gebissen!"
"Was für ein Mumienfürst?!"
"Calebs Nachbar! Das ist so ein ganz alter Vampir, mit dem sich keiner anlegen will oder kann."
"Hast du wegen dem manchmal einen Knoblauchkranz am Bettpfosten hängen, wenn ich abends vorbeikomme?"
"Na, bestimmt nicht wegen den Vatores, und auch nicht weil ich irgendeinen Fetisch hätte, das kannst du mir glauben!"

"Hm." Der Blondschopf mußte das zunächst kurz sacken lassen. "Du meinst also der Vampir-Vatore ist tatsächlich in Ordnung?"
"Natürlich ist er das! Ihm hab ich als erstem von dir erzählt, weil er der sozialste aller meiner Freunde ist. Kennst du Caleb, kennst du bald alle. Warst du etwa gemein zu ihm?!"
"Nur ein bißchen! Das konnte ich doch nicht wissen, Beryl!"
"Ich hätte ihn nicht zu dir geschickt, wenn er kein Freund von mir wäre! Mann, Thilo, blamier mich nicht vor meinen Leuten!"
"Es tut mir leid, okay? Wenn du's genau wissen willst, ich hab mich auch bei ihm entschuldigt. Gestern schon."
"Das will ich dir auch geraten haben! Außerdem solltest du Caleb dankbar sein statt ihn zu ärgern!"
"Häh? Wie meinst du das?" fragte er verwirrt.
"Wenn der nicht so sittsam, zurückhaltend und in eine Freundin verknallt wäre hätte ich ihn auch im Bett, so sieht's aus."
"W... ich...", stotterte der Komiker, völlig überrollt.
Seine Nachbarin sah ihn herausfordernd an. "Du machst dir doch immer solche Sorgen um Konkurrenz. Da solltest du echt nicht denjenigen reizen, der dir beide Daumen drückt statt mein Interesse auszunutzen. Er ist ja ein solcher Romantiker!" Sie rollte mit den Augen. "Und wie gesagt, der wird schon dafür sorgen, daß du auch den Rest der Gang triffst."
"Du stehst echt auf Vampire?!"
"Ach, ich bitte dich!" wehrte sie ab, weil sie die Wahrheit nicht zugeben wollte. "Ich mag einfach gutaussehende Kerle mit Grips im Kopf."

Thilo bekam mühsam die Kurve, als er ihr verschmitztes Grinsen sah. "Na, da hab ich ja wohl Glück, daß ich diese Anforderungen erfülle!" meinte er ergeben.
"Das hast du allerdings, Witzbold!"
"Sind alle deine Freunde so schräg?"
"Schräge Leute, in meiner Umgebung? Hast du heute schon mal in einen Spiegel geschaut?"
"Hm..."
"Nicht alle, aber einige", verriet sie ihm doch noch.
"Und sind das alles Männer, auf die du ein Auge oder zwei geworfen hast?"
"Mein ganz persönlicher Harem? Schön wär's!" Sie streckte ihm die Zunge heraus und er grinste. "Für einen ganzen Harem hättest du überhaupt keine Zeit, wo es schon für mich knapp wird!"
"Da hast du leider Recht!"
"Aber du kennst auch Frauen, nicht? Ich hab im Fitneßcenter eine Summer getroffen."
"Summer? Der hab ich doch noch gar nicht Bescheid gesagt, daß du sie kennenlernen willst."
"Tja, ab und zu spreche ich auch mal jemanden an."
"Du stehst auf Summer?"
"Nein. Du?"
"Nein, das Feld überlasse ich dir."
"Danke, aber ich mag Katzenköniginnen lieber als andere Mädels, selbst wenn sie meinem Basketballteam beitreten wollen. Das weißt du doch!" Er lehnte sich für einen Moment im Polster zurück und dachte nach, während Beryl sich still fragte, seit wann er ein Basketballteam gründen wollte.

"Das ist alles so surreal!" rief der Blondschopf schließlich, während vor seinem geistigen Auge bereits ein Bühnenprogramm über Vampire entstand. "Ein Gentleman, eine Bücherdiebin und eine Mumie gehen in den Zoo und teilen sich eine Giraffe... Was für eine Posse! Hat der Vampir-Vatore nicht auch noch einen Mülldieb Vampir erwähnt?"
"Daichi! Ach, du meine Güte! Ein Hedge Font Müllmann! Das wird ja wild! Welche Rolle bekomme ich denn in dem Stück?"
"Welche Rolle hättest du gerne, Königin der Katzen?"
"Vielleicht sollte ich das Bett vor den Basketballern bewachen bis zur Rückkehr des Helden? Die Rolle liegt mir! Miau!"
Thilo schüttelte lachend den Kopf. Im gleichen Moment grummelte sein Magen. "Für Heldentaten muß ich erst Kraft sammeln, fürchte ich! Hast du schon gefrühstückt?"
"Nein. Pack du schon mal dein Zeug für später zusammen, ich mache uns was zurecht, okay?"
"Das klingt nach einem verdammt guten Plan!"
"Miau!"

Sims4 0128 Nicht das erwartete Ergebnis <- # -> Sims4 0130 Einblicke und Ausblicke

 

Auf dem Weg zu seinem samstäglichen Überraschungsbesuch bei Jade hatte Caleb sich vorgenommen sich völlig normal und freundschaftlich zu verhalten und erst einmal abzuwarten, ob seine Freundin ihre Avancen vom letzten Mal fortführen würde oder ob sie es sich anders überlegt hatte. Wenn sie weiterhin eine Beziehung anstrebte wollte er sie das Tempo komplett selbst bestimmen lassen, da sie die Unerfahrene war und er alle Zeit der Welt hatte. Auf keinen Fall sollte sie sich von ihm zu etwas gedrängt fühlen, und er würde sehr darauf achten seine Magie ihr gegenüber im Zaum zu halten.

Doch als sie ihm auf sein Klopfen hin die Tür öffnete wurden seine Vorsätze auf eine harte Probe gestellt. Jade trug nur einen Schlafanzug. Es war ein einteiliges Ensemble, in der Körpermitte mit einem Gummizug gerafft und in einem sehr hellen pastellfarbenen Türkis gehalten, das von den Knien an abwärts durch ein großes Blumenmuster und einen Farbübergang zu einem dunkleren Ton aufgelockert wurde. Die Farbe stand ihr ausgezeichnet. Während die Hose jedoch weit geschnitten war und ihre Figur umschmeichelnd bis auf ihre Pantoffeln hinabreichte, wurde das ebenfalls weite Oberteil nur von dünnen Spaghettiträgern gehalten und erlaubte recht tiefe Einblicke auf das, was sich durch den dünnen Stoff ohnehin darunter abzeichnete. Jade zählte eindeutig nicht zu den Frauen, die ihren BH auch im Bett nicht ablegten.
Noch dazu trug sie ihre Brille nicht, und natürlich auch nicht ihre Mütze, und sie schaute ihm daher offen ins Gesicht. Sie war lediglich ein wenig verlegen.

Mühsam widerstand der Vampir der Versuchung sich allzu offensichtlich an ihrem aparten Anblick zu weiden, und setzte stattdessen ein freundschaftliches Lächeln auf. "Hallo, Jade! Eigentlich wollte ich dich überraschen, doch wie es scheint komme ich ungelegen. Habe ich dich um diese Zeit tatsächlich aus dem Bett geholt? Bist du wieder krank?"
"Nein", wiegelte sie müde ab, "Ich hab mich heute gar nicht angezogen. Hab gestern gekündigt und gönne es mir, einen Tag so richtig faul zu sein."
"Wie bitte? Gekündigt?! Darf ich hereinkommen und näheres erfahren?" Es wunderte ihn, daß diese Neuigkeit auf der Arbeit nicht an sein Ohr gedrungen war, schließlich hatte sie keine unbedeutende Stelle bekleidet.
"Klar, wenn es dich nicht stört, daß ich gerade beim sehr späten Frühstück war."
"Natürlich nicht." Selbstverständlich hatte er sie wieder beim Essen erwischt. Er grinste still in sich hinein und genoß, während er ihr folgte, den Anblick ihres großenteils nackten Rückens. Nein, da war eindeutig kein BH.

Zunächst schien sie sich wieder an den Tisch setzen zu wollen, doch dann schnappte sie sich doch kurzerhand ihren Teller und kam zu ihm auf die Couch.
"Also, wieso hast du gekündigt, Teuerste? Du wurdest Anfang der Woche doch erst erneut befördert, oder nicht?"
"Genau das ist es ja! Hätte ich gewußt, daß mein Chef mich gar nicht feuern, sondern zur leitenden Angestellten machen wollte durch die Fördermaßnahme, dann hätte ich das Buch gar nicht gelesen! Ich war dermaßen gestreßt, wenn ich von der Arbeit kam, daß mir einfach nichts mehr Spaß gemacht hat!"
"Als man wegen deiner Beförderung auf mich zutrat habe ich mich sehr bemüht dich in einem ruhigeren Zweig einteilen zu lassen, um dir ein wenig entgegenzukommen. Es tut mir leid, daß es wieder nicht das richtige war."
"Aw, das hast du getan? Vielen Dank für die Mühe, Caleb! Aber ich habe keine Ahnung, wie du das bloß aushältst! Je mehr Verantwortung ich bekam, desto schlimmer wurde es. Jeden Abend nur Kopfweh, ein schmerzender Nacken und stundenlanges Duschen, ehe ich ins Bett gekrochen bin. Für so viele Leute entscheiden zu müssen, das liegt mir einfach nicht! Die Stelle war das Geld nicht wert", erklärte Jade mit gerunzelter Stirn und schob sich eine weitere Gabel voll Obstsalat in den Mund. "Entschuldige, daß ich dir hier wieder mal etwas voresse. Möchtest du auch was? Es würde zwar kein Gourmetgericht, aber ich könnte dir schnell etwas machen!"

"Nein, danke, iß nur weiter." Dieses Ritual hatten sie bereits vervollkommnet. Caleb dachte über die neue Information nach. Einen seltsamen Moment lang fragte er sich, ob die junge Frau das schon seit längerem geplant hatte. Sie hatte ihn doch nicht etwa nur deswegen angemacht, weil sie einen Freund mit einem gut bezahlten Beruf suchte, der sie aushielt? Das mochte er sich nicht vorstellen. "Und was planst du jetzt zu tun? Wie soll es weitergehen?"
"Zurückstufen wollten sie mich nicht auf eine der angenehmeren Stellen. Aber Spaß gemacht hat mir eh keine davon, also bin ich gegangen. Ich glaube, Business ist im ganzen nicht so mein Ding." Jade stand auf und brachte ihren leeren Teller weg.

Aus der Küche rief sie: "Ich wollte mir morgen etwas neues suchen, bin mir aber noch nicht ganz schlüssig, in welche Richtung ich gehen soll. Vielleicht versuche ich es mit Kunst, so wie Beryl... Die hat wenigstens etwas weniger mit Leuten zu tun, und sie arbeitet schon ewig nur 30 Stunden die Woche! Allerdings habe ich von Kunst überhaupt keine Ahnung und müßte mir erstmal massig Wissen antrainieren, daher bin ich mir nicht so sicher. Für immer würde ich keine Paletten reinigen wollen, ein bißchen im Betrieb aufzusteigen wäre schon schön. Und ich fürchte, malen müßte ich auf Dauer auch besser können."
Der Vampir sah ihr mit einem erleichterten Seufzen entgegen, als sie mit einem Glas Wasser in der Hand zurückkam. Also wollte sie wirklich nur heute einen Kurzurlaub genießen und war keine Mitgiftjägerin. Das paßte eher zu seinem Eindruck von ihr. Sie setzte sich wieder, die Beine im Schneidersitz. "Vielleicht kannst du mir ja bei der Entscheidung helfen, Caleb, und wir finden zusammen noch einen besseren Job für mich. Bislang haben mich deine Tipps schließlich immer weitergebracht."

Der Vampir horchte auf. Na, wenn das nicht die Gelegenheit war, auf die er immer gewartet hatte! Er sah ihr Handy auf dem Sofa liegen und griff danach. "Darf ich?" - "Nur zu, ist kein Passwort drauf", lud sie ihn ein, während sie das Glas leerte und einfach auf den Boden stellte.
Caleb schaltete das Gerät ein, bemerkte mit einem Lächeln, daß sie immer noch ihr gemeinsames Selfie als Hintergrundbild benutzte, und rief die Seite mit den Stellenangeboten auf.
Schnell fand er, was er suchte, und hielt ihr das Angebot hin. "Hier, das solltest du machen!"
"Was? Amateur-Unterhalterin?! Caleb, das heißt, ich müßte in Clubs spielen und Witze erzählen!"
"Genau deshalb bin ich ja der Meinung, daß es perfekt zu dir paßt."
"Ich kann nicht vor so vielen Fremden spielen!"
"Doch, das kannst du! Jade, du spielst fantastisch Gitarre, und du bist witzig und hast Fantasie! Die Leute werden dich lieben!"

Sie suchte nach den passenden Worten, um ihm zu sagen, daß er Unsinn redete, doch ohne darüber nachzudenken sah er ihr nur direkt in die Augen und fügte hinzu: "Das ist es, was ich an dir am meisten mag. Wenn ich dich ob dieser Qualitäten für liebenswert halte, wieso sollten es die Clubbesucher nicht tun?"
Prompt errötete sie, und diesmal trug sie keine Mütze, die sie sich ins Gesicht ziehen konnte. Sie war richtig süß, wenn sie ihn so ansah.
"Aber Caleb..."
"Du mußt das einfach machen, Jade. Dafür wurdest du geboren, und deshalb schicke ich jetzt einfach deine Bewerbung für dich ab. Das hier ist doch die neuste Version deines Lebenslaufs, ja? Ah ja, gestern noch auf den neusten Stand gebracht."
"Caleb, nicht! Gib das her!" Die junge Frau griff entsetzt nach ihrem Handy, doch er wandte sich schnell von ihr ab zum Tippen und streckte dann den Arm weit von ihr fort und machte den Rest mit einer Hand, während er sie mit der Schulter zurückhielt. "Dich muß man wirklich zu deinem Glück zwingen, Jade Sparkle!"
"Nicht!" protestierte sie und kletterte förmlich auf ihn, um nach ihrem Eigentum zu langen.
"Uuund, abgeschickt!" lachte er.
"Du Mistkerl!" Sie starrte ungläubig auf den Bildschirm. Alle Kraft schien sie zu verlassen und sie plumpste wie eine Gliederpuppe auf ihn. "Das wird sowas von peinlich, wenn die mir absagen", murmelte sie.

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Am nächsten Abend rief Caleb tatsächlich wieder an, pünktlich nach den Nachrichten.
"Hallo, Caleb! Da bist du mir wohl zuvorgekommen! Ich hätte dich auch gleich angerufen."
"Wir sind nun einmal vertraute Seelen! Guten Abend, Jade! Geht es dir besser oder spreche ich mit Zombie-Jade?"
"Nein, alles gut! Ich hab mich ausgeschlafen. Was machst du gerade?"
"Ich studiere den Veranstaltungskalender der Stadt. Wie sieht es aus - wollen wir am Wochenende etwas unternehmen?"
"Es tut mir wirklich leid, aber ich kann nicht", lehnte Jade niedergeschlagen ab.
Ihr Freund klang sehr enttäuscht. "Warum nicht? Ich dachte, wir würden uns nun öfter sehen?"
"Das würde ich auch wahnsinnig gern, glaub mir bitte! Aber mein Chef meint, meine Leistung sei nicht befriedigend. Ich muß eine Weiterbildungsbroschüre für die neuen Formulare durchackern und so ein doofes Handbuch, und das geht nur am Wochenende, weil ich diese Woche noch Geigenstunden habe. Könnte mir echt was besseres vorstellen!"
"Ach, das tut mir leid. Bei mir stapeln sich auch die Memos mit Änderungen. Da kann man wohl nichts machen. Wie es scheint bleibt mir somit auch keine Möglichkeit mich um das Lesen der Anleitungen zu drücken." Er lachte aufmunternd.

"Mitte nächster Woche ist mein Geigenkurs aber vorbei! Dann hab ich mehr Zeit für dich!" versprach sie hastig.
"Bist du schon so gut, daß du keine Stunden mehr brauchst?"
"Mehr Stunden wollte ich mir nicht leisten, die Fahrerei und die anderen Studenten sind mir zu stressig. Von jetzt an kann ich alleine üben."
"Meine Gratulation! Dann bekomme ich also demnächst ein Ständchen von Jade Sparkle auf der Geige?"
"Wenn du magst!" Sie kicherte. "Erwarte nur nicht zu viel!"
"Natürlich mag ich! Nun aber noch etwas anderes... Hast du schon gesehen, daß der Film, den wir anschauen wollten, verschoben wurde?"
"Ja, hab ich! Deshalb wollte ich anrufen! Das ganze Programm wurde auf den Kopf gestellt wegen der Einweihung von Newcrest als neuem Stadtteil."
"Wenigstens ist aufgeschoben hoffentlich nicht aufgehoben und unser Drache wartet auf uns!"
"Das hoffe ich auch sehr!"
"Es wäre darüber hinaus wünschenswert, wenn Newcrest neue Ausgehmöglichkeiten eröffnen würde", sinnierte Caleb weiter.
"Stehen da bislang nicht nur Wohnhäuser?"
"Das werden wir wohl in der Sondersendung erfahren."
"Stimmt."
"Sollen wir die Sendung zusammen schauen statt dem Film?"
"Sei mir bitte nicht böse, aber ich sollte da wirklich dieses blöde Buch über Geschäftslogik durchbüffeln, das der Chef mir aufgedrückt hat. Ich will nicht auch noch zurückgestuft werden, und alles zusammen wird mir am Wochenende sonst zu viel. Ich bin nicht gerade ein Naturtalent für diesen Kram."
"Meine liebe Jade, ich könnte dir niemals böse sein, schon gar nicht wegen Dingen, die außerhalb deiner Möglichkeiten liegen."
"Ich hab dich lieb, Caleb."
"Und ich freue mich darauf dich wiederzusehen. Ich werde mir die Sondersendung ansehen und dir alles erzählen, ja?"
"Gerne, wenn du die Zeit dafür findest."
"Sicher, das schaffe ich! Wenn du Unterstützung beim Lernen brauchst ruf aber bitte einfach an, ja? Ich komme jederzeit vorbei und helfe dir!"
"Danke für das Angebot, aber ich werde es erstmal alleine versuchen. Ich würde dir gerne mit besserer Laune unter die Augen treten. Können wir ein paar Tage texten?"
"Ist gut, Jade. Dann... bis nächste Woche?"
"Ja, bis dann. Gute Nacht, Caleb!"

Jade quälte sich durch den Rest der Woche und das unschöne Wochenende. Sie tat ihr bestes, sich wenigstens auf die Geigenstunden zu freuen und sich darauf zu konzentrieren, doch daneben bekam sie einfach nichts hin außer ihre Hausarbeit und Einkäufe zu erledigen und sich mit Zahlen und Formularen zu beschäftigen. Wenn ihr zu sehr der Kopf schwirrte schickte sie Caleb kurze Nachrichten, ehe sie sich wieder an die Arbeit machte. Sie vermißte ihn so sehr und hätte unheimlich gerne wenigstens ein paar Stunden mit ihrem Freund verbracht. Was für ein Einstieg in den Versuch einer Beziehung... Sie trösteten sich gegenseitig mit kurzen Gesprächen. Trotzdem hätte sie liebend gern mehr von ihm gehabt als seine digitale Aufmerksamkeit.


Am Montag Morgen war sie erwartungsgemäß bereits beim Frühstück gereizt.
"Soll das jetzt echt immer so weitergehen?" fragte sie sich mürrisch, während sie auf ihren leeren Teller blickte und schon gar nicht mehr wußte, was sie eigentlich gerade gegessen hatte. "Das ist doch kein Leben!" Sie dachte daran Urlaub zu nehmen, bezweifelte jedoch, daß die Entspannung lange halten würde. "Ist doch alles nur Makulatur... Den Urlaub würde ich lieber mit Caleb verbringen, wenn wir uns näher kennen und so weit sind." Sie spürte, wie ihre Ohren warm wurden bei dem Gedanken. Da preschte sie vielleicht wieder ein wenig zu weit vor. "Es wäre so schön, wenn er mein fester Freund würde..." Für einen Moment verlor sie sich in Tagträumen.
Ihr Handy piepte. Es war Zeit aufzubrechen. "Verflixt und zugenäht!"

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